21.02.2022 | Peter Hauk

AWS erweitert Standort Wien um eine „Local Zone“

Amazon Web Services (AWs) hat die Eröffnung einer Local Zone in Wien angekündigt. Diese ergänzt den bisherigen Edge-Standort in Wien und ermöglicht Latenzen im einstelligen Millisekundenbereich. Insgesamt werden 2022 weltweit 32 neue Local Zones in 26 Ländern aufgebaut.

AWS Local Zones stellen Infrastruktur für ausgewählte Cloud-Dienste wie Rechenleistung, Speicherkapazität und Datenbanken in der Nähe großer Bevölkerungs-, Industrie- und IT-Zentren bereit. AWS-Kunden können damit Anwendungen, die eine Latenz im einstelligen Millisekundenbereich erfordern, in der Nähe ihrer Endnutzer oder On-Premises-Rechenzentren einsetzen und damit grundlegende AWS-Dienste lokal im Pay-as-you-go-Modell nutzen. Darüber hinaus können sie von einer nahtlosen Verbindung mit ihren übrigen Systemen und Anwendungen in einer nahegelegenen AWS-Region profitieren. Die COMPUTERWELT hat Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS Deutschland, zu den Local Zones befragt.

Was ist eine AWS Local Zone?

Je höher der Reifegrad der Kunden bei ihrer Cloudnutzung ist, desto mehr Anwendungen wollen sie in die Cloud verschieben. Gleichzeitig ist der Betrieb eines eigenen Rechenzentrums sehr aufwendig. Dazu können sie Infrastruktur von AWS nutzen, die wir an bestimmten Standorten platzieren. Die Local Zone in Wien ist mit der nächstgelegenen AWS-Region in Frankfurt verbunden und bietet eine Reihe von Diensten lokal an. Das erlaubt uns mehr in die Breite zu gehen.

Welche Branchen spricht AWS mit den Local Zones an?

Anwendungen mit extrem niedriger Latenz sind für jedes Unternehmen und jede Branche wichtig, um eine nahtlose User Experience zu bieten. Die Mehrheit der AWS Kunden erreicht eine ausreichende Latenz und Performance, wenn sie eine AWS-Region nutzen. Für Applikationen, die eine extrem niedrige Latenz benötigen, bevorzugen sie jedoch eine AWS-Infrastruktur, die sich näher an ihren Endnutzern oder ihren vorhandenen Rechenzentren befindet. Mit einer AWS Local Zone können Kunden ihren Endanwendern Performance mit Latenzen im einstelligen Millisekundenbereich bieten – etwa für Remote-Echtzeitspiele, die Erstellung von Medien- und Unterhaltungsinhalten, Live-Videostreaming, technische Simulationen, Augmented und Virtual Reality oder maschinelles Lernen am Edge – Stichwort Industrie 4.0.

Welche Kosten entstehen dabei für Kunden?

Da AWS die Local Zone verwaltet und betreibt, entstehen den Kunden in Österreich keine Kosten und kein Aufwand für die Beschaffung, den Betrieb und die Wartung der Infrastruktur in Wien. Kunden mit Anforderungen an die Datenresidenz in Österreich ermöglicht es die AWS Local Zone, Teile ihrer Anwendungen in lokalen Rechenzentren auszuführen. Sie können sich über das Internet mit der AWS Local Zone verbinden oder AWS Direct Connect nutzen. Dieser Cloud-Service verbindet das Unternehmensnetzwerk direkt mit AWS und bietet damit eine konsistente, sichere Leistung mit geringer Latenz und überträgt den Datenverkehr über eine private AWS-Netzwerkverbindung.

Welche Strategie verfolgt AWS mit den Local Zones?

Die AWS Local Zone versetzt öffentliche und private Organisationen, Startups und AWS-Partner in die Lage, eine neue Generation von Anwendungen mit niedriger Latenz für Endnutzer bereitzustellen – und dabei von Kosteneinsparungen sowie der Skalierbarkeit und hohen Verfügbarkeit von AWS zu profitieren. Mit den neuen lokalen AWS-Zonen bauen wir unsere Investitionen aus, um Innovationen zu beschleunigen und Kunden mit einer Cloud-Infrastruktur an weiteren Standorten in Österreich zu versorgen.

 

Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS Deutschland. (AWS)