22.12.2020 | Slobodan Ognjanovic

Hybrid und Multicloud IT ist angesagt

Aber wo meine geschäftskritischen Daten sind, will ich ganz genau wissen und selber steuern!

Von Matthias Werner, Business Development Manager Hitachi Vantara bei Tech Data Schweiz

Wer die Quartalszahlen der großen Speicherhersteller dieses Jahr ein wenig verfolgt hat, wird feststellen, dass zwei Segmente in den Portfolios fast überall gewachsen sind: High-end Storage und Hyperconvergente Systeme.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die klassischen «midrange storage» Segmente sich grade ein wenig schwer tun. Ich will in diesem Artikel darlegen wieso das so ist und weshalb das sehr wohl miteinander zu tun hat!

Leistungszuwachs als Treiber von KonsolidierungStorage Latency Numbers
Wenn wir uns die großen Trends der letzten 5 Jahre anschauen, ist vor allem die Leistung der Speichersysteme mit dem zunehmenden Einsatz von Flash-Speicher (SSD, NVMe) und der letzten Generation von Prozessoren in den Controllern massiv gewachsen. Und das auf zwei Ebenen: Einerseits durch eine massive Reduktion der Zugriffszeit (Latenz) auf die Daten, da rotierenden Platten mit Wartezeiten, bis der Zugriffsarm sich positioniert hat, nun entfallen (siehe Grafik). Andererseits durch die die Möglichkeit, gleichzeitig und parallel auf tausende von Datensätzen zugreifen zu können.

Im Gegensatz zum Zeitraum 2000-2010, wo vor allem die Kapazität der Systeme durch den Einsatz grösserer HDDs zugenommen hat, hat in der Dekade von 2010-2020 auch die absolute und relative (per IOPS/TB) Leistungsfähigkeit der All-Flash Systeme massiv zugelegt.

Dieser Leistungszuwachs ermöglicht, dass Systeme mit Dutzenden oder hunderten von TB Kapazität effektiv auch dutzende von Servern oder hunderte von VMs angemessen bedienen können, und somit eine Speicherkonsolidierung in großem Umfang möglich ist.

 

Warum weniger deutlich mehr sein kann
Ein Vorteil der Speicher- oder Datenkonsolidierung ist, dass sich Skaleneffekte der Speichersysteme nutzen lassen, sich der Nutzungsgrad eines konsolidierten Systems gegenüber einer Anzahl unabhängiger Systeme stark erhöht und der Aufwand für das Management senken lässt. Somit lässt sich mit gleichen oder geringeren Kosten ein höher verfügbares System betreiben. Daher entscheiden sich immer mehr mittelständische Unternehmen anstelle von drei, vier, oder mehr «kleinen» Speichersystemen für ein konsolidiertes Enterprise System mit entsprechender Funktionalität.

High-end- und Enterprise Systeme wie die Hitachi VSP 5000 oder die Systeme der VSP E-Series bieten alle Funktionen und architektonischen Eigenschaften für eine Datenkonsolidierung:

• Advanced Data Reduction (Komprimierung und Deduplizierung) zur optimalen und platzsparenden Ablage der Daten
• 100% Data Availabilty Guarantee mit Ausfallwahrscheinlichkeit von unter 3s pro Jahr.
• Zwei- oder drei-Site Replikation zur Absicherung gegen lokale und regionale Desaster sowie Cyberkriminalität (Ransomware, ..)
• Genügend Leistungs- und Kapazitätsreserven, um ein ganzes Unternehmen und unterschiedlichste Anwendungen zu unterstützen!


Daten verarbeiten und aufbereiten an verschiedenen Orten – Speichern nur zentral!

Neben den bereits beschriebenen Gründen gibt es eine handvoll anderer, weshalb Kunden ihre Daten zunehmend auf einem zentralen, leistungsfähigen und sicheren System im eigenen Unternehmen konsolidieren (all eggs in one basket).

Letztlich geht es darum, die geschäftskritischen Informationen und Daten, das Lebenselixier der Unternehmen, zu schützen und geschäftsfördernd zu nutzen. Diese Daten stammen heute aus vielerlei Quellen:

• Daten von Applikationen die in der Cloud oder auf hyperkonvergenten Systemen laufen. Dies sind häufig auch moderne, containerisierte Anwendungen
• Internet of Things (IoT) und Maschinendaten aus Filialen und Produktionsstätten, oder Service-Daten von Kunden
• Vielerlei Daten, die aus mobilen Geräten (Tablets, Laptops, Smartphones) der eigenen Mitarbeiter oder von Kunden stammen
• Und dann die klassischen Unternehmensdatenbanken und File Systeme.

Alle diese Applikationen benötigen und generieren Daten, die für den Fortbestand eines Unternehmens häufig lebenswichtig sind und höchste Anforderungen und die Verfügbarkeit stellen. Solche Daten «in der Cloud» zu lagern kann zwar vermeintlich günstig sein und für spezifische Anwendungen (zB Data Analytics) durchaus Sinn ergeben, aber auch ein raffiniert ausgehandeltes SLA mit dem Cloud-Provider hilft wenig, sollten die Daten mal tatsächlich nicht zugreifbar, oder schlimmer noch, weg sein!


Daten – die Kronjuwelen ihrer Firma!

Genauso wenig, wie ein Koch oder Chocoladen-Hersteller seine erfolgreichen Rezepte extern zur Ablage gibt, wollen Unternehmen solche Daten «irgendwo» lagern!

Crown

Die Zukunft der IT wird Hybrid-Multi Cloud sein, darüber gibt es wenig Zweifel: Die Verarbeitung von Produktions- oder Finanzdaten und von Schlüsselanwendungen im betriebseigenen Rechenzentrum, der Bezug von SW und Applikationen aus verschiedenen Clouds (z.B. Office365) und das Betreiben von Apps, Webshops oder IoT Anwendungen auf lokal angesiedelten HCI Appliances oder ebenfalls in der Cloud.

Deshalb ist aber auch eine solide Anbindung des zentralen Datenspeichers an «die Cloud» sehr wichtig. Ursachen und Treiber dafür gibt es vielfältige, die Liste hier ist keinesfalls abschließend.

  • Daten für die Analyse in die Cloud verschieben
  • Daten von Applikationen aus der Cloud holen (born-in-the-cloud Apps) und sicher aufbewahren
  • Anbindung an die Cloud (hybrid cloud), um «kalte» Daten» oder Compliance/Archivdaten abzulegen, die evtl. nicht mehr verwendet oder gebraucht werden.
    Hinweis: Cloudstorage ist dann am kostengünstigsten, wenn die Daten einmal geschrieben und kaum jemals mehr gelesen werden. Ingress/Egress Kosten sind höher, je tiefer die TB/Monat Kosten sind!
  • Die Cloud als 3rd site für DR und cyber recovery / air gap

Wir erleben hier also grade, was in der IT seit Jahrzehnten abläuft: ein neuer Trend scheint zuerst alle aktuellen Arbeitsweisen in Frage zu stellen – nach ein paar Jahren schlägt das Pendel zurück, und wir finden uns in einer Umgebung, wo «sowohl-als-auch» gilt: Datenverarbeitung dezentral – Datenspeicherung zentral!


Fazit

Und damit schließt sich der Kreis: Der Einsatz von modernen all-flash Speichersystemen erlaubt sowohl kapazitäts- als auch leistungsmässig eine massive Konsolidierung von bestehenden «Speichersilos» in Verbindung mit entsprechenden Sicherheitslevels für diese Daten aus Sicht von Datenverfügbarkeit und Business Continuity.

Gleichzeitig müssen diese Systeme eine möglichst transparente und durchlässige Anbindung an die «Cloud» ermöglichen, um die geschäftskritischen Daten für Analytics nutzen zu können (durch intelligente Verknüpfung werden aus Daten Informationen: ein Nummernschild und eine Adresse verknüpft ergeben z.B den Halter eines Wagens (Stichwort Radarfalle).

Hitachi Vantara baut seit mehr als 40 Jahren sehr erfolgreich Speichersysteme, die sich durch höchste Verfügbarkeit, intelligente Modularität und Spitzenleistung auszeichnen. Dies zu Preisen, die bis vor ein paar wenigen Jahren für Systeme der Enterprise-Klasse nicht denkbar gewesen wären!
Wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot, sprechen Sie uns an !

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